Rechner Welt

Bei 2.000 € Dispo-Nutzung und 12 % Sollzins zahlen Sie 240 € Zinsen pro Jahr – ein Ratenkredit über 24 Monate mit 7 % effektivem Jahreszins kostet Sie nur rund 150 € Zinsen insgesamt. Das Sparpotenzial einer Umschuldung liegt bei etwa 330 € über zwei Jahre, zusätzlich bauen Sie aktiv Schulden ab.

100,00 €20.000,00 €
5 % p.a.20 % p.a.
1 Tage365 Tage

Zinskosten

20,55 €

Dispo-Betrag2.000,00 €
Zinssatz12,5 % p.a.
Nutzungsdauer30 Tage
Zinsen fuer 30 Tage20,55 €
Zinsen p.a. (hochgerechnet)250,00 €
Rueckzahlung gesamt2.020,55 €

Formel:

Zinsen = Betrag x Zinssatz / 365 x Tage

Wie oft nutzen Sie Ihren Dispo?

So funktioniert der Dispo-Rechner

Der Rechner ermittelt die Zinskosten Ihres Dispositionskredits tagesgenau nach der deutschen Bankmethode 30E/360. Sie geben den durchschnittlich genutzten Betrag, den Sollzinssatz und die Dauer der Nutzung ein. Der Rechner berĂĽcksichtigt die quartalsweise Zinskapitalisierung, wie sie Sparkassen und Volksbanken praktizieren.

Zusätzlich vergleicht der Rechner Ihre Dispo-Kosten mit einem alternativen Ratenkredit und zeigt das konkrete Sparpotenzial in Euro – sowohl pro Monat als auch über die gesamte Laufzeit.

Wie wird der Dispozins berechnet?

Die Grundformel lautet:

Zinsen = Saldo Ă— Sollzins Ă— Tage Ă· 360

Beispiel: 2.000 € Dispo-Nutzung über 90 Tage bei 12 % Sollzins ergibt: 2.000 × 0,12 × 90 ÷ 360 = 60 €. Bei dauerhafter Nutzung über ein ganzes Jahr sind es bereits 240 €. Die Zinsen werden quartalsweise dem Konto belastet und erhöhen dann den Sollsaldo – dadurch entsteht ein Zinseszins-Effekt von etwa 5 bis 7 Euro pro Jahr on top.

Dispo oder Ratenkredit – was ist günstiger?

Beide Kreditformen dienen der kurzfristigen Überbrückung – aber ihre Kosten unterscheiden sich massiv. Dispozinsen liegen 2026 bei 9,5 bis 13,5 % effektiv, Ratenkredite starten bei 5,9 % und erreichen selten mehr als 9 % für Kunden mit guter Bonität. Der Dispo wirkt bequem, weil keine Tilgung erfolgt – genau das ist aber das Problem: Ohne Tilgungsplan läuft das Konto Monat für Monat im Minus.

  • Dispo: flexibel, aber dauerhaft teuer und ohne Tilgungszwang
  • Ratenkredit: feste Rate, feste Laufzeit, aktive Schuldentilgung
  • Umschuldung lohnt sich ab 1.500 € dauerhafter Dispo-Nutzung
  • Tipp: Dispo nach Umschuldung auf ein Netto-Monatsgehalt reduzieren

Aktuelle Dispozinsen 2026

Die Bundesbank-Zinsstatistik zeigt für April 2026 einen Durchschnittswert von 11,7 % – deutlich über dem EZB-Hauptrefinanzierungssatz von 2,65 %. Die Spanne am Markt ist groß:

  • Direktbanken (DKB, ING, Consorsbank): 8,5 bis 10,5 %
  • GroĂźe Filialbanken (Commerzbank, Postbank): 11,0 bis 12,5 %
  • Sparkassen und Volksbanken: 11,5 bis 13,5 %
  • Geduldete Ăśberziehung (oberhalb des Dispo-Rahmens): bis 18,5 %

Typische Fehler bei der Dispo-Nutzung

  • Dauernutzung als Normalzustand. Wenn das Gehalt den Dispo nur ausgleicht, aber nie ins Plus fĂĽhrt, handelt es sich de facto um einen Ratenkredit zu Wucherzinsen.
  • Geduldete Ăśberziehung hinnehmen. Wer den vereinbarten Rahmen ĂĽberschreitet, zahlt noch einmal 2 bis 5 %-Punkte Aufschlag. Oft lohnt sich eine Rahmenerhöhung.
  • Umschuldung zu spät angehen. Viele warten, bis die Schulden auf 5.000 € angewachsen sind. Je frĂĽher Sie umschulden, desto weniger Zinsen zahlen Sie insgesamt.
  • Nach Umschuldung alte Gewohnheiten beibehalten. Wenn der Dispo nach der Umschuldung wieder volllaeuft, haben Sie doppelte Schulden. Budgetdisziplin ist Pflicht.

Praxistipps zur Dispo-Vermeidung

Richten Sie einen Notgroschen von zwei bis drei Netto-Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto ein – das verhindert in 90 % der Fälle den Griff zum Dispo. Prüfen Sie jährlich Ihre Konditionen und wechseln Sie zur Direktbank, wenn Ihre aktuelle Bank mehr als 11 % verlangt. Und: Nutzen Sie die Beratungspflicht nach § 504a BGB – das Gespräch ist kostenlos und bringt oft konkrete Spar-Optionen.

Beispielrechnungen

EingabeErgebnis
500 € · 12 % · 12 Monate60 € Zinsen
1.000 € · 12 % · 12 Monate120 € Zinsen
2.000 € · 12 % · 12 Monate240 € Zinsen
3.000 € · 12 % · 12 Monate360 € Zinsen
2.000 € · 9 % · 12 Monate180 € Zinsen
2.000 € · 14 % · 12 Monate280 € Zinsen

Haeufige Fragen

Die durchschnittlichen Dispozinsen liegen im April 2026 bei 10,5 % bis 13,5 % p.a. – einzelne Sparkassen und Direktbanken rufen bis zu 14,5 % auf. Bei 2.000 € Dispo-Nutzung über drei Monate zahlen Sie so rund 65 € Zinsen, über ein volles Jahr circa 260 €. Im Vergleich: Ein Ratenkredit mit 7,5 % effektivem Jahreszins würde für dieselben 2.000 € nur 150 € kosten. Der Dispo ist also die teuerste legale Kreditform in Deutschland.
Kritisch wird es, wenn der Dispo dauerhaft genutzt wird und das Konto nicht mehr in den Plus-Bereich zurückkehrt. Die BaFin warnt: Wer zwei Monate hintereinander mehr als 75 % des Dispo-Rahmens nutzt, gilt als Fall für das Beratungsgespräch nach § 504a BGB. Die Bank ist verpflichtet, Sie auf günstigere Alternativen hinzuweisen. Ein klares Warnsignal: Das Konto rutscht jeden Monat direkt nach Gehaltseingang wieder ins Minus.
In fast allen Fällen ja. Bei einer Dispo-Nutzung von 3.000 € und 12 % Zins zahlen Sie 360 € Zinsen pro Jahr. Ein Ratenkredit mit 7 % effektivem Jahreszins kostet im ersten Jahr nur etwa 210 € Zinsen – und im Gegensatz zum Dispo wird aktiv getilgt. Nach 24 bis 36 Monaten sind die Schulden vollständig abgebaut. Wichtig: Nur umschulden, wenn der Dispo danach nicht wieder voll läuft, sonst verdoppeln sich die Schulden.
Der Dispo ist ein vertraglich vereinbarter Kreditrahmen mit festem Zinssatz. Die geduldete Überziehung greift, wenn Sie auch diesen Rahmen überschreiten – die Bank akzeptiert die Buchung, verlangt aber deutlich höhere Zinsen (oft 16–18 % p.a.). Seit 2022 müssen Banken Sie auf teure Überziehungen aktiv hinweisen. Dauert die Überziehung länger als drei Monate oder überschreitet sie 75 % des Dispos, besteht Beratungspflicht.
Bei guter Bonität und langjähriger Kundenbeziehung durchaus. Direktbanken bieten standardmäßig 8,5–9,5 %, klassische Filialbanken starten bei 11–13 %. Ein Anruf beim Kundenservice mit dem Hinweis auf günstigere Konkurrenzangebote führt oft zu einer Zinssenkung von 1–2 %-Punkten. Alternativ hilft ein Kontowechsel: Wer vom Girokonto zur Direktbank wechselt, spart bei 2.000 € Dauernutzung rund 60 € pro Jahr.
Faustregel: zwei bis drei Netto-Monatsgehälter. Bei 2.500 € Netto sind das 5.000 bis 7.500 €. Ein zu niedriger Rahmen führt zur teureren geduldeten Überziehung, ein zu hoher verführt zur Dauernutzung. Banken gewähren meist bis zum dreifachen Netto, bei sehr guter Bonität auch mehr. Wichtig zu wissen: Ein hoher Dispo-Rahmen verschlechtert tendenziell den Schufa-Score, auch wenn er nicht genutzt wird.
Der eingeräumte Rahmen selbst erscheint als neutrales Merkmal. Die tatsächliche Nutzung sehen andere Banken nur bei Anfragen für größere Kredite über direkte Kontoabfragen. Problematisch: Eine dauerhafte Überziehung über drei Monate kann als Zahlungsstörung gemeldet werden – das senkt den Score deutlich. Eine gelegentliche Nutzung ohne Rückstände bleibt dagegen ohne Schufa-Folgen.
Seit Juni 2016 müssen Banken Kunden bei dauerhafter und erheblicher Dispo-Nutzung ein Beratungsgespräch anbieten. Konkret: Wenn Sie sechs Monate lang durchschnittlich mehr als 75 % des Dispos ausgeschöpft haben, muss die Bank Sie aktiv kontaktieren und über günstigere Alternativen wie Ratenkredit oder Umschuldung aufklären. Das Gespräch ist kostenlos und verpflichtet zu nichts – lohnt sich aber fast immer.
Die Berechnung erfolgt tagesgenau nach der deutschen Zinsmethode 30E/360, wie sie alle großen deutschen Banken für Kontokorrentkredite verwenden. Eingegeben werden durchschnittlich genutzter Betrag, Zinssatz und Zeitraum. Berücksichtigt werden Zinseszinseffekte innerhalb des Quartalsabschlusses, da Sparkassen und Volksbanken die Zinsen vierteljährlich kapitalisieren. Abweichungen zum Kontoauszug entstehen nur bei stark schwankender Nutzung innerhalb des Monats.
Privat genutzte Dispo-Zinsen sind nicht absetzbar. Wer das Konto geschäftlich nutzt – etwa als Selbstständiger oder Freiberufler – kann die Zinsen als Betriebsausgabe ansetzen. Bei gemischter Nutzung zählt die sogenannte „Zinsschranke“: nur der nachweislich betriebliche Anteil ist absetzbar. Das Finanzamt verlangt eine plausible Aufteilung, oft per Kontoauszugsanalyse. Tipp: Für Selbstständige lohnt sich ein getrenntes Geschäftskonto.

Ohne Gewaehr. Alle Angaben sind unverbindlich und ersetzen keine professionelle Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Der Betreiber ist keine Rechtsanwaltskanzlei, Steuerberatungs- oder Finanzdienstleistungsgesellschaft i.S.d. RDG / StBerG / KWG.

Letzte Aktualisierung: April 2026 | Quellen: § 504a BGB – Beratungspflicht bei Dispokrediten, BaFin – Verbraucherinformation Dispokredit, Bundesbank – Zinsstatistik Konsumentenkredite, Verbraucherzentrale – Dispokredit und Überziehung