Rechner Welt

ETF-Kosten-Rechner 2026

Stand April 2026
Geprueft von Finanzrechner-Redaktion, Redaktion ETFs & Vermögensaufbau|Stand: April 2026|Quellen: § 18 InvStG – Vorabpauschale, § 20 EStG – Kapitalerträge, BMF – Basiszinssatz Vorabpauschale 2026, Verbraucherzentrale – ETF-Kostenvergleich

Bei einem 200 €/Monat Sparplan auf MSCI World (TER 0,12 %) über 30 Jahre bei 7 % Rendite erreichen Sie ein Netto-Endvermögen von rund 232.000 €. Gesamtkosten inklusive TER, 0 € Ordergebühren (Neobroker) und Vorabpauschale liegen bei etwa 14.000 € – das entspricht 5,7 % der eingezahlten 72.000 €. Bei 1,75 % Sparplan-Gebühr einer Direktbank sinkt das Ergebnis um zusätzliche 2.200 €.

0,00 €500.000,00 €
0,00 €5.000,00 €
0 %15 %
0 %3 %
1 Jahre50 Jahre

Kosten durch TER

14.114,00 €

Eingezahlt
- 82.000,00 €
Netto-Ertrag
229.045,18 €
TER-Kosten
- 14.114,00 €
Endwert ohne Kosten325.159,17 €
Endwert nach TER311.045,18 €
Kostenquote4.3%
Eingezahlt gesamt82.000,00 €

Welche TER hat Ihr Haupt-ETF?

So funktioniert der ETF-Kosten-Rechner

Der Rechner bildet alle Kostenebenen eines ETF-Sparplans ab: laufende Fondskosten (TER), Transaktionskosten (Ordergebühren, Spread), Tracking-Differenz (echte Abweichung vom Index) und Steuern (Vorabpauschale, Abgeltungsteuer). Für jede Komponente fließen die aktuellen Werte für 2026 ein – etwa der Basiszinssatz 2,53 % für die Vorabpauschale.

Das Ergebnis: Netto-Endvermögen nach Kosten und Steuern, kumulierte Kostenbelastung und ein Vergleich zwischen verschiedenen Broker-Setups. So sehen Sie auf einen Blick, was ein 0,05-%-Unterschied in der TER oder 1,75 % Sparplan-Gebühr auf 30 Jahre wirklich kostet.

Die fünf ETF-Kostenarten im Überblick

  • TER (Total Expense Ratio) – Verwaltungskosten, Depotbank, Wirtschaftsprüfer. Bei Standard-ETFs 2026: 0,05–0,20 %.
  • Tracking-Differenz – echte Abweichung ETF-Rendite vs. Index-Rendite. Oft negativ (0,05–0,15 % Aufschlag), bei guten ETFs mit Wertpapierleihe sogar leicht positiv.
  • Ordergebühren – bei Neobrokern 0–1 €, bei Direktbanken 1,5–1,75 % pro Sparrate.
  • Spread – Differenz An-/Verkaufskurs. Bei liquiden ETFs 0,02–0,08 %, einmalig beim Kauf/Verkauf.
  • Steuern – Vorabpauschale bei Thesaurierern (jährlich), Abgeltungsteuer 26,375 % beim Verkauf.

Rechenbeispiel: MSCI World, 200 €/Monat, 30 Jahre

PositionBetrag
Einzahlungen (360 Monate × 200 €)72.000 €
Endwert brutto (7 % p.a.)245.400 €
− TER (0,12 % p.a. ab Durchschnittsvermögen)−3.600 €
− Tracking-Differenz (0,05 %)−1.500 €
− Ordergebühren (Neobroker 0 €)0 €
− Vorabpauschale kumuliert−1.300 €
− Abgeltungsteuer Verkauf (auf 70 % Gewinn)−7.200 €
= Netto-Endvermögen231.800 €

Gesamtrendite: 322 % auf die Einzahlungen. Kostenbelastung: rund 5,5 % der Bruttorendite. Bei 1,75 % Sparplan-Gebühr der ING: −2.200 € Endvermögen.

Was ändert sich 2026 gegenüber 2025?

  • Basiszinssatz Vorabpauschale: 2,53 % für 2026 (2025: 2,29 %). Führt zu leicht höheren jährlichen Steuerzahlungen bei Thesaurierern.
  • Sparerpauschbetrag unverändert: 1.000 € Ledige, 2.000 € Paare.
  • TER-Wettbewerb verschärft sich: neue Ultra-Low-Cost-ETFs (Vanguard All-World 0,22 %, Amundi Prime All Country 0,07 %) drücken die Gebühren weiter.
  • Abgeltungsteuer: unverändert 25 % + 5,5 % Soli + ggf. Kirchensteuer.
  • Teilfreistellung: 30 % bei Aktien-ETFs (mindestens 51 % Aktienquote) weiterhin gültig.

Typische Fehler bei der Kostenbewertung

  • Nur TER vergleichen – die Tracking-Differenz kann denselben Unterschied ausgleichen. Ein ETF mit 0,20 % TER und −0,10 % Tracking-Differenz ist faktisch günstiger als einer mit 0,10 % TER und +0,10 % Differenz.
  • Sparplan-Gebühren übersehen – 1,75 % pro Rate klingt harmlos, summiert sich aber auf 1.500–2.500 € über 30 Jahre.
  • Vorabpauschale ignorieren – nicht hoch (jährlich 50–200 €), aber kumuliert über Jahrzehnte spürbar. Sparerpauschbetrag aktiv nutzen.
  • Quellensteuer nicht zurückholen – bei Dividenden aus USA, Schweiz etc. teilweise erstattbar über die Anlage KAP.
  • Broker zu spät wechseln – bei 30.000 € Depot kann ein Wechsel zu einem günstigen Neobroker schon 100–300 €/Jahr sparen.

Die Macht der TER über 30 Jahre

Eine TER-Differenz von nur 0,15 %-Punkten klingt trivial. In der Langzeitbetrachtung wächst der Unterschied jedoch exponentiell: Bei 200 €/Monat über 30 Jahre und 7 % Bruttorendite ergibt sich bei TER 0,05 % ein Endwert von 245.400 €, bei TER 0,20 % nur 238.200 € – also 7.200 € Differenz, das sind 3 Jahre Sparrate.

Bei 500 €/Monat über 40 Jahre wächst die Differenz auf über 30.000 €. Deshalb ist die TER beim ETF-Kauf das wichtigste Einzelkriterium nach dem Index selbst. 2026 sind die günstigsten MSCI-World-ETFs von Amundi, Vanguard und Xtrackers mit TER um 0,10 % – historisch gab es diese Kostenstruktur nie.

Beispielrechnungen

EingabeErgebnis
200 €/Monat · 0,12 % TER · 30 J · Neobroker~232.000 € netto
200 €/Monat · 0,20 % TER · 30 J · Neobroker~228.000 € netto
200 €/Monat · 0,12 % TER · 30 J · 1,75 % Gebühr~230.000 € netto
500 €/Monat · 0,07 % TER · 25 J · Neobroker~420.000 € netto
100 €/Monat · 0,20 % TER · 40 J · Neobroker~215.000 € netto
1.000 € einmalig · 0,12 % TER · 20 J~3.700 € netto

Haeufige Fragen

Drei Kostenblöcke: (1) TER (Total Expense Ratio) – die jährlichen Fondskosten, 2026 typisch 0,05–0,20 % bei breiten Index-ETFs wie MSCI World oder S&P 500. (2) Ordergebühren bei Kauf/Verkauf – Direktbanken wie ING oder DKB verlangen 1–10 €, Neobroker wie Scalable oder Trade Republic haben Sparpläne ab 0 €. (3) Depotgebühren – bei allen großen Onlinebrokern kostenlos. Hinzu kommen TCO (Total Cost of Ownership) wie Tracking-Differenz und Spread – bei großen ETFs meist unter 0,10 % p.a.
Die TER (laufende Kosten) wird täglich anteilig vom Fondsvermögen abgezogen. Bei 0,20 % TER und 7 % jährlicher Wertentwicklung entspricht das etwa 3 % der Jahresrendite. Bei einem ETF-Sparplan mit 200 €/Monat über 30 Jahre zu 7 % Rendite statt 6,8 % (wegen TER) beträgt der Unterschied am Ende rund 8.000 € auf einem Endvermögen von 245.000 €. Die TER ist also ein kleiner, aber langfristig spürbarer Effekt – entscheidender sind Ordergebühren und Steueroptimierung.
Die TER (Total Expense Ratio) enthält Verwaltungsvergütung, Depotbankgebühr, Wirtschaftsprüferkosten. Die TCO (Total Cost of Ownership) nimmt noch die Tracking-Differenz hinzu – die reale Abweichung zwischen ETF-Wertentwicklung und Index. Bei gut geführten großen ETFs ist die TCO oft niedriger als die TER, weil Fondsmanagement Wertpapierleihe-Erträge verdient. Für die Praxis: TER + 0,05–0,15 % für Tracking-Differenz als realistischen Gesamtwert ansetzen.
25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer plus ggf. Kirchensteuer – effektiv 26,375 % bzw. 27,82 %/27,99 % mit Kirchensteuer. Sparerpauschbetrag 2026: 1.000 € für Ledige, 2.000 € für Paare. Bei Thesaurierenden ETFs gilt die Vorabpauschale nach § 18 InvStG – 70 % vom Basiszinssatz (2026: 2,53 %) × Fondswert, versteuert zum 2.1. des Folgejahres. Teilfreistellung: 30 % bei Aktien-ETFs (mindestens 51 % Aktienquote).
Führend sind Trade Republic (Sparpläne kostenlos, Order 1 €), Scalable Capital (PRIME+ kostenlose Sparpläne und Orders, 4,99 €/Monat Pauschale), Flatex (Sparpläne ab 0 €, Order ab 5,90 €) und finanzen.net zero (kostenlose Sparpläne, Order ab 0 €). Direktbanken wie ING (1,75 % Sparplan, max. 4,90 €) oder comdirect (1,5 %) sind etwas teurer, bieten aber mehr Service. Der Unterschied auf 30 Jahre: bis zu 5.000 € bei einem typischen 200-€-Sparplan.
Steuerlich sind beide Varianten 2026 sehr ähnlich – der Teilfreistellung-Vorteil bei Aktien-ETFs von 30 % gilt für beide. Thesaurierer haben einen leichten Rebalancing-Vorteil (automatische Wiederanlage), aber die Vorabpauschale führt zu kleinen jährlichen Steuerzahlungen. Ausschütter sind transparenter, und Sie können den Sparerpauschbetrag (1.000 €) aktiv nutzen. Für langfristige Sparpläne empfehlen wir bei kleinem Depot (<30.000 €) Ausschütter, bei größerem Depot Thesaurierer.
Der Rechner kombiniert fünf Faktoren: (1) TER – jährlich auf den durchschnittlichen Depotwert. (2) Ordergebühren – pro Sparrate und Verkauf. (3) Tracking-Differenz – als Aufschlag zur TER. (4) Spread – einmalig beim Kauf, vernachlässigbar bei liquiden ETFs. (5) Steuern – Vorabpauschale jährlich, Abgeltungsteuer beim Verkauf. Die Summe wird auf den gewählten Anlagehorizont hochgerechnet und als absoluter Betrag und prozentuale Belastung der Rendite dargestellt.
Die Vorabpauschale nach § 18 InvStG ist eine Mindestbesteuerung für thesaurierende Fonds. Sie wird berechnet als: Fondswert zu Jahresbeginn × Basiszinssatz × 70 %, begrenzt durch tatsächliche Wertsteigerung. 2026 Basiszinssatz: 2,53 % (vom Bundesfinanzministerium bekanntgegeben). Bei 10.000 € Fondswert und 5 % Wertzuwachs: 10.000 × 2,53 % × 70 % = 177 € Vorabpauschale. Davon 30 % Teilfreistellung bei Aktien-ETFs = 124 € steuerpflichtig, darauf 26,375 % Abgeltungsteuer = 33 € Steuer.
Der Spread (Unterschied zwischen An- und Verkaufskurs) ist bei liquiden ETFs wie MSCI World meist 0,02–0,08 % – bei typischen Sparraten von 100–500 € also wenige Cent. Kritisch wird er nur bei kleinen, exotischen ETFs oder außerhalb der Handelszeiten. Empfehlung: ETFs mit XETRA-Notierung in Hauptzeiten (9:00–17:30 Uhr) handeln. Größere Einmalanlagen über 10.000 € ggf. auf mehrere Tage splitten, wenn der ETF dünn gehandelt wird.
Fünf häufig übersehene Kostenposten: (1) Devisenkosten bei nicht-Euro-Depotwährung (typisch 0,25 %). (2) Geldkurs-Aufschlag bei Limitorders. (3) Quellensteuer auf Dividenden, die teilweise nicht zurückgeholt wird. (4) Depotübertragsgebühren beim Brokerwechsel (meist frei in Deutschland nach BGH-Urteil 2017). (5) Inaktivitätsgebühren bei einigen Nischenbrokern. Bei Standard-ETFs an deutschen Neobrokern liegen die echten Gesamtkosten aber unter 0,30 % p.a. – ein historisch niedriger Wert.

Ohne Gewaehr. Alle Angaben sind unverbindlich und ersetzen keine professionelle Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Der Betreiber ist keine Rechtsanwaltskanzlei, Steuerberatungs- oder Finanzdienstleistungsgesellschaft i.S.d. RDG / StBerG / KWG.

Letzte Aktualisierung: April 2026 | Quellen: § 18 InvStG – Vorabpauschale, § 20 EStG – Kapitalerträge, BMF – Basiszinssatz Vorabpauschale 2026, Verbraucherzentrale – ETF-Kostenvergleich