Rechner Welt

Entnahmeplan-Rechner 2026

Stand April 2026

Bei 300.000 € Startkapital, 5 % Rendite und 2 % Inflation können Sie 30 Jahre lang rund 1.450 € netto pro Monat entnehmen. Nach Abgeltungsteuer 26,375 % auf den Gewinnanteil (abzüglich 30 % Teilfreistellung bei Aktien-ETFs und 1.000 € Sparerpauschbetrag) bleibt die Kaufkraft weitgehend erhalten. Mit 500.000 € Startkapital sind über 30 Jahre rund 2.400 € netto monatlich tragbar.

10.000,00 €2.000.000,00 €
100,00 €20.000,00 €
0 %10 %
0 %5 %

Kapital reicht (ohne Inflation)

44 Jahre

Startkapital
- 500.000,00 €
Entnommen (ohne Infl.)
1.078.000,00 €
Dauer ohne Inflation44 Jahre 11 Monate
Dauer mit Inflation (2%)27 Jahre 2 Monate
Max. Entnahme (ewig)1.666,67 €/Monat
Entnommen gesamt (ohne Infl.)1.078.000,00 €

Welche Monatsentnahme planen Sie?

So funktioniert der Entnahmeplan-Rechner

Der Rechner simuliert Ihr Depot Monat für Monat im Ruhestand: Das Restvermögen verzinst sich mit der angenommenen Rendite, gleichzeitig entnehmen Sie den Monatsbetrag. Die Entnahme wird jährlich um die Inflation erhöht, damit die Kaufkraft gleich bleibt. Parallel berechnet der Rechner die fällige Abgeltungsteuer 26,375 % auf den Gewinnanteil der Entnahme – unter Berücksichtigung der Teilfreistellung bei Aktien-ETFs (30 %) und des Sparerpauschbetrags (1.000 € ledig, 2.000 € Paare).

Das Ergebnis: Wann ist das Kapital aufgebraucht, wie entwickelt sich der Depotwert über die Jahre, und wie viel Netto bleibt nach Steuern pro Monat übrig. Die Basis ist die wissenschaftlich fundierte 4-%-Regel von William Bengen (1994) und die Trinity Study (1998).

Die 4-%-Regel im Detail

Die 4-%-Regel besagt:

Sichere Jahresentnahme = Startkapital × 4 %
Jährlich anpassen an Inflation

Bei 500.000 € ergeben sich 20.000 €/Jahr, inflationsangepasst. Die Trinity Study zeigt: Diese Entnahme hält mit 95 % Wahrscheinlichkeit über 30 Jahre bei einem Portfolio aus 50–75 % Aktien und 25–50 % Anleihen. Bei längeren Horizonten (40+ Jahre für Frührente / FIRE) empfehlen aktuelle Studien 3,0–3,5 % Safe Withdrawal Rate.

Rechenbeispiel: 300.000 €, 5 % Rendite, 30 Jahre

JahrEntnahmeRestvermögenKaufkraft
117.400 €297.000 €1.450 €/Monat
518.840 €283.000 €1.450 €/Monat
1020.800 €253.000 €1.450 €/Monat
2025.400 €150.000 €1.450 €/Monat
3030.900 €0 €1.450 €/Monat

Gesamtentnahmen: rund 725.000 € brutto. Steueranteil auf den Gewinnteil: etwa 80.000 €. Nach 30 Jahren ist das Kapital bei konstanter Rendite 5 % und 2 % Inflation aufgebraucht.

Was ändert sich 2026 gegenüber 2025?

  • Basiszinssatz Vorabpauschale: 2,53 % (2025: 2,29 %) – leicht höhere Steuerlast bei Thesaurierern vor der Entnahmephase.
  • Sparerpauschbetrag unverändert: 1.000 € Ledige, 2.000 € Paare.
  • Renten-Beitragssatz: 18,6 %, Beitragsbemessungsgrenze West 8.450 €/Monat.
  • Rentenniveau Standardrente: 48 % (Haltelinie bis 2039 gesetzlich gesichert).
  • Abgeltungsteuer: unverändert 25 % + 5,5 % Soli + ggf. Kirchensteuer 8 %/9 %.

Typische Fehler beim Entnahmeplan

  • Inflation ignorieren. 1.500 € heute entsprechen bei 2 % Inflation in 25 Jahren nur noch 915 € Kaufkraft. Nominale Entnahme wirkt anfangs komfortabel, verarmt aber real.
  • Zu hohe Rendite ansetzen. Historisch 7 % MSCI World klingt gut, aber inflationsbereinigt und nach Steuern sind 4–5 % realistisch.
  • Sequence-of-Returns-Risiko unterschätzen. Ein Crash in den ersten 5 Jahren kann einen 30-Jahres-Plan kippen. Cash-Puffer für 2–3 Jahre hält.
  • Lebenserwartung zu niedrig. Planen Sie bis 95, nicht bis 80. Die Chance, 90+ zu erreichen, liegt bei aktuell 65-Jährigen je nach Geschlecht bei 15–25 %.
  • Steuern unterschlagen. 25 % Abgeltungsteuer sind nicht ganz „26,375 %", aber auch kein Kleinkram – bei 20.000 € Entnahme schnell 1.500–2.000 € weniger netto.

Bucket-Strategie: drei Eimer gegen das Crash-Risiko

Die Bucket-Strategie teilt das Vermögen in drei „Eimer\" auf: Eimer 1 (1–2 Jahre Entnahmen) liegt auf Tagesgeld/Festgeld zu 2026 ca. 2,5–3,5 % Zins. Eimer 2 (3–7 Jahre) sind sichere Anleihen oder Mischfonds. Eimer 3 (7+ Jahre) sind breite Aktien-ETFs. In normalen Jahren wird aus Eimer 1 entnommen und quartalsweise aus Eimer 3 aufgefüllt. In Crash-Jahren (−20 % und mehr) lassen Sie die Aktien liegen und zehren Eimer 1 + 2 auf.

Dieses Modell reduziert das Sequence-of-Returns-Risiko drastisch – Studien zeigen, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit der 4-%-Regel von 5 % auf unter 1 % sinkt. Der Preis ist eine etwas niedrigere Durchschnittsrendite, weil 15–25 % des Vermögens nicht voll in Aktien stecken. Für die meisten Rentner ist das ein fairer Tausch.

Beispielrechnungen

EingabeErgebnis
200.000 € · 4 % Rendite · 30 Jahre~950 €/Monat
300.000 € · 5 % Rendite · 30 Jahre~1.450 €/Monat
500.000 € · 5 % Rendite · 30 Jahre~2.400 €/Monat
750.000 € · 6 % Rendite · 25 Jahre~4.100 €/Monat
1.000.000 € · 4 % Rendite · 40 Jahre (FIRE)~3.300 €/Monat
150.000 € · 3 % Rendite · 20 Jahre~800 €/Monat

Haeufige Fragen

Ein Entnahmeplan legt fest, wie Sie ein angespartes Vermögen im Ruhestand monatlich entnehmen. Grundprinzip: Das Restvermögen wird weiter verzinst (oder wächst mit der Rendite eines ETFs), während Sie monatlich einen festen Betrag entnehmen. Bei 300.000 € Startkapital und 4 % Rendite können Sie rund 1.450 € netto pro Monat über 30 Jahre entnehmen – die bekannte 4-%-Regel nach Trinity-Study. Der Rechner simuliert das Kapital Monat für Monat unter Berücksichtigung von Rendite, Inflation und Steuern.
Die klassische 4-%-Regel (Bengen 1994, Trinity 1998) sagt: 4 % des Startkapitals pro Jahr, inflationsangepasst, reichen mit 95 % Wahrscheinlichkeit über 30 Jahre. Bei 500.000 € also 20.000 €/Jahr oder 1.667 €/Monat. Für längere Zeiträume (40+ Jahre bei Frührente) sind 3,0–3,5 % sicherer. Bei geringerer Risikoneigung und konservativem Portfolio (50 % Aktien) reduziert sich die sichere Rate auf rund 3,5 %.
Realistische Annahmen für langfristige Portfolios: 100 % Aktien-ETF 6–7 % p.a. (real nach Inflation), 70/30 Aktien/Anleihen 5 %, 50/50 4 %, Tagesgeld/Festgeld 2026 rund 2,5–3,5 % nominal. Wichtig ist die reale Rendite (nach Inflation). Langfristige Inflation: 2 %-Ziel der EZB. Für Entnahmepläne im Ruhestand empfehlen Finanzexperten 3–4 % reale Rendite als Planungsgrundlage – optimistischere Werte führen zum Sequence-of-Returns-Risiko.
Bei ETF-Entnahmen fällt Abgeltungsteuer 25 % + 5,5 % Soli (effektiv 26,375 %) auf den Kursgewinn an – nicht auf die Einzahlung. Sparerpauschbetrag 2026: 1.000 € Ledige, 2.000 € Paare. Bei Aktien-ETFs gilt Teilfreistellung von 30 %. Rechenbeispiel: Von 20.000 € Entnahme sind 60 % Gewinn (12.000 €), minus 30 % Teilfreistellung = 8.400 € steuerpflichtig, abzüglich Pauschbetrag 1.000 € = 7.400 € × 26,375 % = 1.951 € Steuer – effektive Steuerquote auf die Entnahme: knapp 10 %.
Das Sequence-of-Returns-Risiko beschreibt, dass die Reihenfolge der Renditen entscheidender ist als der Durchschnitt. Crashs in den ersten 5 Ruhestandsjahren sind hochgefährlich: Wer 2000 mit 500.000 € und 4 % Entnahme startete, erlebte die Dotcom-Krise und Finanzkrise – bei starrer 4-%-Regel wäre das Kapital 2020 aufgebraucht gewesen. Gegenmittel: Cash-Puffer für 2–3 Jahre, dynamische Anpassung der Entnahme bei Crashs (minus 10 %), glide path mit mehr Anleihen bei Renteneintritt.
Die gesetzliche Rente deckt bei Durchschnittsverdienern 2026 rund 48 % des letzten Nettos ab (Standardrente Ost/West 1.620 € nach 45 Beitragsjahren). Die Rentenlücke zum gewünschten Nettoeinkommen soll der Entnahmeplan schließen. Faustregel: Wer mit 67 in Rente geht und 500 € Lücke pro Monat hat, braucht bei 4-%-Regel 150.000 € Kapital, bei 3-%-Regel 200.000 €. Der Rechner erlaubt, die gesetzliche Rente als monatlichen Grundbetrag anzugeben und die Entnahme als Zusatz.
Die starre Entnahme ist planbar, aber rigide – bei Börsencrashs droht schneller Kapitalverzehr. Die dynamische Entnahme passt den Betrag an die Portfolioentwicklung an: etwa ein Korridor von 3–5 % p.a., mit Anpassung nach Aktienjahren. Variante „Guardrails" (Guyton-Klinger-Methode): bei schlechtem Jahr −10 % Entnahme, bei gutem +10 %. Das erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit von 95 % auf über 99 % – erfordert aber Disziplin und Akzeptanz schwankender Einnahmen.
Der Rechner simuliert Monat für Monat die Kapitalentwicklung: Startwert plus monatliche Rendite minus Entnahme minus Steuern minus Inflation. Grundlage sind die Regelungen zu ETFs im InvStG (Teilfreistellung 30 % bei Aktien-ETFs) und die aktuellen Abgeltungsteuer-Sätze. Einbezogen werden Sparerpauschbetrag, Vorabpauschale (bei Thesaurierern), Kirchensteuer (optional). Abweichungen in der Realität entstehen durch Renditevolatilität – der Rechner arbeitet mit Durchschnittsrenditen, das Sequence-Risiko bleibt eine separate Betrachtung.
Statistisch: Mann 67 Jahre hat 17 Jahre Restlebenserwartung, Frau 21 Jahre (Destatis 2024). Konservative Planung: 30 Jahre für Ruhestand ab 65–67. Bei Frührente mit 55: 40–45 Jahre Horizont. Wichtiger ist das 90.-Perzentil – Planung bis 95 oder 100 Jahre schützt gegen Long-Tail-Risiko (9–13 % der Bevölkerung erreichen 90+). Eine Zielrente bis Alter 95 erfordert bei 4-%-Regel eine effektive Safe Withdrawal Rate von 3,2–3,5 %.
in der Literatur wird haeufig genannt 2–5 Jahresentnahmen als Cash-Puffer (Tagesgeld/Festgeld, 2026 rund 2,5–3,5 % Zins). Bei 20.000 € Jahresentnahme also 40.000–100.000 € im Puffer. In normalen Marktjahren Entnahme aus ETFs, in Crash-Jahren (−20 % oder mehr) auf Cash-Puffer zurückgreifen. So verkaufen Sie keine Aktien im Tief. Nach Markterholung wird der Puffer wieder aufgefüllt. Diese Bucket-Strategie reduziert das Sequence-Risiko drastisch.

Ohne Gewaehr. Alle Angaben sind unverbindlich und ersetzen keine professionelle Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Der Betreiber ist keine Rechtsanwaltskanzlei, Steuerberatungs- oder Finanzdienstleistungsgesellschaft i.S.d. RDG / StBerG / KWG.

Letzte Aktualisierung: April 2026 | Quellen: § 20 EStG – Kapitalerträge, § 20 InvStG – Teilfreistellung, Deutsche Rentenversicherung – Renteninformation, Destatis – Sterbetafeln 2023/2025