Rechner Welt

Baufinanzierung-Rechner 2026

Stand April 2026
Geprueft von Finanzrechner-Redaktion, Redaktion Baufinanzierung & Immobilien|Stand: April 2026|Quellen: Preisangabenverordnung (PAngV), § 489 BGB – Kündigungsrecht, Bundesbank – Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Verbraucherzentrale – Baufinanzierung

Für ein Darlehen von 300.000 € bei 3,5 % Sollzins und 2 % anfänglicher Tilgung beträgt die monatliche Rate 1.375 €. Nach 10 Jahren Zinsbindung verbleibt eine Restschuld von rund 228.000 €, die Gesamtzinsen bis dahin liegen bei etwa 93.000 €. Mit 3 % Tilgung statt 2 % sparen Sie über die Gesamtlaufzeit rund 55.000 € Zinsen und sind 15 Jahre früher schuldenfrei.

50.000,00 €1.000.000,00 €
0,5 %7 %
1 %5 %
5 Jahre30 Jahre
0,00 €20.000,00 €

Monatliche Rate

1.375,00 €

Getilgt
118.143,02 €
Zinsen
- 129.356,98 €
Restschuld
- 181.856,98 €
Darlehensbetrag300.000,00 €
Monatsrate1.375,00 €
Zinsen (15 J.)129.356,98 €
Tilgung (15 J.)118.143,02 €
Restschuld nach 15 J.181.856,98 €
Getilgter Anteil39.4%
Gesamtlaufzeit (bis Volltilgung)~29 Jahre

Wie hoch ist Ihr geplanter Eigenkapitalanteil?

So funktioniert der Baufinanzierung-Rechner

Der Rechner basiert auf dem Annuitätendarlehen – der mit Abstand verbreitetsten Form der Immobilienfinanzierung in Deutschland. Sie geben drei Werte ein: die Darlehenssumme, den Sollzinssatz und die anfängliche Tilgung in Prozent. Daraus berechnen wir Ihre monatliche Rate, den vollständigen Tilgungsplan, die Restschuld am Ende der Zinsbindung sowie die insgesamt gezahlten Zinsen über die Laufzeit.

Die Rate bleibt konstant, das Verhältnis verschiebt sich aber monatlich: Am Anfang ist der Zinsanteil hoch und der Tilgungsanteil niedrig – mit jeder Rate sinkt die Restschuld, also sinkt auch der Zinsanteil, und genau dieser Betrag wird in zusätzliche Tilgung umgeschichtet. Nach 10 Jahren ist bei typischen Parametern rund ein Viertel des Darlehens getilgt.

Formel für die Annuität

Die monatliche Rate berechnet sich nach:

Rate = Darlehen × (Sollzins + Tilgung) ÷ 12

Rechenbeispiel: 300.000 € × (3,5 % + 2,0 %) ÷ 12 = 300.000 × 0,055 ÷ 12 = 1.375 €. Nach der ersten Rate entfällt davon der Zinsanteil (300.000 × 3,5 % ÷ 12 = 875 €) auf die Bank, 500 € werden getilgt. Im zweiten Monat werden nur noch 299.500 € verzinst, der Tilgungsanteil steigt entsprechend.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Kaufpreis und Eigenkapital klären. Rechnen Sie Nebenkosten ein (Grunderwerbsteuer je nach Bundesland 3,5–6,5 %, Notar + Grundbuch ca. 2 %, Makler meist 3,57 % – in Summe 9–15 %). Nebenkosten sollten aus Eigenkapital bezahlt werden.
  2. Darlehensbedarf ermitteln. Kaufpreis + Nebenkosten − Eigenkapital = Darlehenssumme. Daraus berechnet sich der Beleihungsauslauf (Darlehen ÷ Beleihungswert).
  3. Sollzins einholen. Zwei bis drei Angebote vergleichen. Die Konditionen schwanken je nach Bank um bis zu 0,4 %-Punkte – bei 300.000 € macht das über 15 Jahre etwa 15.000 € aus.
  4. Tilgungshöhe festlegen. Mindestens 2 %, empfohlen 3 %. Planen Sie rückwärts ab dem geplanten Renteneintritt.
  5. Zinsbindung wählen. 10, 15 oder 20 Jahre. In Niedrigzinsphasen lang binden, in Hochzinsphasen eher kürzer.
  6. Ergebnis im Kontext prüfen. Die Rate sollte maximal 35–40 % des Haushalts-Nettoeinkommens ausmachen.

Aktuelle Bauzinsen 2026

Stand April 2026 liegen die Sollzinsen für ein Standard-Annuitätendarlehen (80 % Beleihungsauslauf, sehr gute Bonität) typischerweise in diesen Bereichen:

  • 10 Jahre Zinsbindung: 3,10 – 3,85 %
  • 15 Jahre Zinsbindung: 3,35 – 4,10 %
  • 20 Jahre Zinsbindung: 3,50 – 4,30 %
  • Forward-Darlehen (+3 Jahre Vorlauf): Aufschlag 0,30 – 0,60 %

Individuelle Abweichungen ergeben sich durch Beleihungsauslauf (unter 60 % bringt etwa −0,20 %-Punkte, über 100 % kostet +0,40 %-Punkte), Bundesland und Immobilientyp. Bestandsimmobilien werden aktuell oft günstiger finanziert als Neubau.

Typische Fehler bei der Baufinanzierung

  • Nebenkosten unterschätzen. Viele planen nur den Kaufpreis – tatsächlich kommen 9–15 % obendrauf. Bei 400.000 € Kaufpreis sind das schnell 50.000 €.
  • Tilgung zu niedrig wählen. 1 % Tilgung wirkt günstig, bedeutet aber 45 Jahre Laufzeit und massive Gesamtzinsen. Bei heutigen Zinsen sind 3 % der sinnvolle Standard.
  • Sondertilgungsoption übersehen. Einige Banken berechnen bis zu 0,2 % Aufschlag für 5 % Sondertilgung pro Jahr – oft trotzdem die bessere Wahl, weil die Flexibilität langfristig mehr wert ist.
  • Anschlussfinanzierung ignorieren. Die Restschuld nach 10 Jahren wird zum aktuellen Marktzins weiterfinanziert. Wer nur mit der ersten Rate rechnet und steigende Zinsen bei Anschlussfinanzierung ausblendet, gerät in eine Finanzierungslücke.
  • Effektivzins vs. Sollzins verwechseln. Vergleichen Sie immer den Effektivzins – er enthält Bearbeitungsgebühren und ist das gesetzliche Vergleichsmaß nach PAngV.

Tipps für die Praxis

Holen Sie sich immer mindestens drei Angebote ein und achten Sie auf den Effektivzins. Sondertilgungsrecht und kostenlose Tilgungssatzänderung sollten im Vertrag stehen – diese Flexibilität ist über 30 Jahre bares Geld wert. Forward-Darlehen sind ab circa 24 Monaten vor Ablauf der Zinsbindung sinnvoll, wenn Sie mit steigenden Zinsen rechnen.

Rechnen Sie beim Kassensturz auch Instandhaltungsrücklagen ein: Faustregel sind 1,0 % des Kaufpreises pro Jahr bei Bestandsimmobilien, bei Neubau etwas weniger. Wer das vergisst, steht nach 10 Jahren plötzlich vor einer ungeplanten Dachsanierung ohne Rücklage.

Beispielrechnungen

EingabeErgebnis
200.000 € · 3,5 % Zins · 2 % Tilgung917 €/Monat
300.000 € · 3,5 % Zins · 2 % Tilgung1.375 €/Monat
400.000 € · 3,5 % Zins · 2 % Tilgung1.833 €/Monat
300.000 € · 3,5 % Zins · 3 % Tilgung1.625 €/Monat
300.000 € · 3,0 % Zins · 2 % Tilgung1.250 €/Monat
300.000 € · 4,0 % Zins · 2 % Tilgung1.500 €/Monat

Haeufige Fragen

Die Rate eines Annuitätendarlehens ergibt sich aus Darlehenssumme, Sollzinssatz und anfänglicher Tilgung nach der Formel: Rate = Darlehen × (Zins + Tilgung) ÷ 12. Bei 300.000 € Darlehen, 3,5 % Sollzins und 2 % Tilgung ergibt das: 300.000 × 0,055 ÷ 12 = 1.375 € pro Monat. Der Zinsanteil sinkt über die Laufzeit, während der Tilgungsanteil automatisch steigt – die monatliche Rate bleibt dabei konstant.
Bei den aktuellen Bauzinsen von 3–4 % empfehlen wir mindestens 2,5 %, besser 3 % anfängliche Tilgung. Bei nur 1 % Tilgung läuft das Darlehen über 45 Jahre – bei 3 % sind Sie nach rund 24 Jahren schuldenfrei. Faustregel: Zins und Tilgung zusammen sollten mindestens 5 % ergeben. Wer vor Rentenbeginn fertig sein will, rechnet rückwärts: Bei 20 Jahren Restzeit braucht es etwa 4 % Tilgung.
Die Sollzinsen für 10 Jahre Zinsbindung liegen im April 2026 bei 3,10–3,85 %, für 15 Jahre bei 3,35–4,10 %. Der effektive Jahreszins liegt je nach Bank etwa 0,1–0,2 %-Punkte höher. Entscheidend sind drei Faktoren: Beleihungsauslauf (unter 60 % bringt die besten Konditionen), Bonität (Schufa-Score) und die Länge der Zinsbindung. Wer sehr konservativ kalkulieren will, plant mit 4,0 %.
Als Mindestmaß sollten die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler = 9–15 % des Kaufpreises je nach Bundesland) aus Eigenkapital bezahlt werden. Empfehlenswert sind 20–30 % des Kaufpreises. Ab 40 % Eigenkapital sinken die Zinsen spürbar, weil der Beleihungsauslauf unter 60 % fällt. 100-%-Finanzierungen sind 2026 möglich, aber mit Zinsaufschlägen von 0,3–0,6 %-Punkten verbunden.
Nach der Zinsbindung (meist 10, 15 oder 20 Jahre) bleibt in der Regel eine Restschuld offen. Sie schließen dann eine Anschlussfinanzierung ab – entweder als Prolongation bei der bisherigen Bank oder als Umschuldung zu einer günstigeren Bank. Das Zinsänderungsrisiko lässt sich 66 Monate vor Ablauf mit einem Forward-Darlehen absichern (gegen einen Aufschlag von 0,01–0,03 % pro Monat). Nach 10 Jahren ab Vollauszahlung können Sie jedes Darlehen gemäß § 489 BGB mit 6 Monaten Frist kündigen.
Ja, fast immer. Eine jährliche Sondertilgung von 5 % der Darlehenssumme verkürzt die Gesamtlaufzeit bei typischer Rate um rund 10 Jahre und spart bei 300.000 € Darlehen über die Laufzeit 40.000–70.000 € Zinsen. Die meisten Banken räumen 5–10 % Sondertilgung pro Jahr kostenfrei ein; achten Sie darauf, dass diese Option im Vertrag steht. Alternativ hilft auch eine Tilgungssatzänderung – meist 1–2 Mal während der Zinsbindung kostenlos möglich.
Der Beleihungsauslauf (BLA) ist das Verhältnis von Darlehen zum Beleihungswert der Immobilie – nicht zum Kaufpreis. Der Beleihungswert liegt meist 10 % unter dem Marktwert. Banken teilen Darlehen in Klassen ein: bis 60 % BLA (beste Zinsen), bis 80 % (Standard), bis 100 % (Aufschlag), über 100 % (deutlicher Aufschlag). Jede Klasse kostet etwa 0,15–0,30 %-Punkte mehr Zinsen. Bei 300.000 € über 30 Jahre sind das schnell 15.000 € Unterschied.
Der Rechner berechnet die Annuität mathematisch exakt nach der PAngV-Formel und erstellt einen vollständigen Tilgungsplan auf den Cent genau. Abweichungen zum späteren Bankvertrag entstehen durch: (1) Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins, (2) individuelle Bearbeitungsgebühren, (3) unterjährige Zinsverrechnung (meist monatlich statt jährlich), (4) Bereitstellungszinsen bei verzögertem Abruf. Für die Planung ist der Wert belastbar, das verbindliche Angebot kommt von der Bank.
Je länger die Zinsbindung, desto mehr Planungssicherheit – aber auch höhere Zinsen. Faustregel 2026: Bei Zinsen unter 3,5 % ist lange Zinsbindung (15–20 Jahre) attraktiv, weil Sie das niedrige Niveau sichern. Bei Zinsen über 4 % spricht einiges für kürzere Bindung (10 Jahre) in der Hoffnung auf sinkende Zinsen. Nach 10 Jahren haben Sie ohnehin ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht – lange Bindungen verlieren hier etwas an Wirkung.

Ohne Gewaehr. Alle Angaben sind unverbindlich und ersetzen keine professionelle Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Der Betreiber ist keine Rechtsanwaltskanzlei, Steuerberatungs- oder Finanzdienstleistungsgesellschaft i.S.d. RDG / StBerG / KWG.

Letzte Aktualisierung: April 2026 | Quellen: Preisangabenverordnung (PAngV), § 489 BGB – Kündigungsrecht, Bundesbank – Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Verbraucherzentrale – Baufinanzierung